Eine Hook schreiben ist eine andere Disziplin als einen Part schreiben. Im Part zeigst du, was du kannst, in der Hook musst du loslassen: weniger Wörter, mehr Wiederholung, eine Melodie, die man nach einmal Hören nachsummt. Dieser Guide zeigt dir, wie du eine Hook baust, wo sie im Song hingehört und wie du sie auf dem Beat findest, statt sie am Schreibtisch zu erzwingen.
Was eine Hook ist: Hook, Refrain, Pre-Hook
Hook und Refrain meinen dasselbe: den Teil, der zwischen den Parts wiederkommt. „Hook“ ist das Wort der Rap-Szene, „Refrain“ das klassische. Die Pre-Hook ist ein kurzer Übergang davor, meist 2 bis 4 Takte, der Spannung aufbaut. Oft wird der Beat an dieser Stelle dünner oder setzt kurz aus, und genau das lässt die Hook danach größer wirken. Nicht jeder Song braucht eine Pre-Hook, aber wenn Part und Hook sehr unterschiedlich klingen, ist sie die Brücke zwischen beiden.
Länge und Platz im Song: 4 oder 8 Takte, Hook zuerst oder Part zuerst
Die meisten Hooks haben 8 Takte, oft als vier Zeilen, die zweimal kommen. Eine Hook mit 4 Takten funktioniert, wenn sie sehr eingängig ist, dann läuft sie gern doppelt. Bei 90 BPM dauern 8 Takte rund 21 Sekunden. Auf Trap und Drill zählst du im halben Tempo, dort dauert eine Hook mit 8 Zeilen bei 140 BPM rund 27 Sekunden.
Wo die Hook steht, verändert den ganzen Song:
Hook zuerst
Der Hörer bekommt den eingängigsten Teil sofort, bevor er weiterklickt. Stark für Streaming und kurze Clips.
Part zuerst
Der klassische Aufbau. Dein Part baut Stimmung auf, die Hook löst sie ein.
Mit Pre-Hook
Vor jeder Hook steigt die Spannung, und die Hook schlägt härter ein.
Ohne Hook
Nur Parts, für Storytelling oder Freestyle. Dann übernimmt oft eine Zeile, die am Ende jedes Parts wiederkommt, die Rolle der Hook.
Diese Varianten findest du auf jeder Beat-Seite bei NKSounds unter „Welche Struktur?“, mit den Timecodes, an denen die Hook auf genau diesem Beat beginnt. So musst du nicht raten, wo der Beat aufmacht.
Melodie zuerst: auf dem Beat summen, dann Wörter setzen
Die meisten eingängigen Hooks entstehen nicht auf dem Papier, sondern beim Summen. So gehst du vor:
- Lass den Teil des Beats laufen, an dem die Hook stehen soll, und summ ohne Worte darüber. Nimm dich dabei mit dem Handy auf.
- Hör dir die Aufnahme an und such die Melodie, die du am liebsten wiederholst. Oft ist es nicht die erste.
- Zähl die Silben dieser Melodie. Hat sie sieben Töne, braucht deine Zeile ungefähr sieben Silben.
- Setz jetzt Wörter darauf: offene Vokale wie a, o oder ei auf lange Töne, kurze Wörter auf schnelle.
Dieses Vorgehen heißt auch Topline: Die Melodie kommt zuerst, der Text folgt ihr. Auch bei einer gerappten Hook hilft es, erst den Rhythmus zu klopfen und dann die Wörter einzusetzen.
Wenn du unsicher bist, welche Töne passen: Such den Ton, auf dem sich der Beat „zuhause“ anfühlt, und summ ihn mit. Meist ist das der Grundton der Tonart, die beim Beat steht. Fang deine Melodie dort an oder lande am Ende der Hook wieder dort, dann klingt sie geschlossen.
Wiederholung und Einfachheit: ein Satz, der hängen bleibt
Eine gute Hook schreiben heißt, einen einzigen Gedanken zu finden und ihn nicht zu erklären. Prüf deinen Entwurf mit drei Fragen: Kann man ihn nach einmal Hören nachsprechen? Fasst er das Thema des Songs zusammen? Klingt er auch ohne Beat noch nach etwas?
Ein Beispiel. Erster Entwurf:
- Ich hab' so viel durchgemacht, und keiner hat es je gesehen,
- doch ich bleib' trotzdem stark und werde weiter nach vorne gehen.
Zu lang, zu viel erklärt, und „nach vorne gehen“ hat man schon tausendmal gehört. Überarbeitet:
- Keiner hat's gesehen, (A)
- keiner hat's gesehen, (A)
- doch ich bin noch hier, (B)
- und ich bleib' noch stehen. (A)
Der Kernsatz steht zweimal, die dritte Zeile bringt die Wendung, die vierte schließt den Reim. Fünf bis sechs Silben pro Zeile lassen Platz, um die Wörter zu ziehen, zu singen oder mit Ad-libs zu füllen. Eine solche Hook kann man nach einem Durchlauf mitsprechen.
Neben der Wiederholung gibt es zwei weitere Muster, die fast immer funktionieren:
Frage und Antwort
Die erste Zeile fragt, die zweite antwortet. Beim zweiten Durchlauf kann sich die Antwort ändern.
Aufzählung
Drei kurze Dinge, die zusammen ein Bild ergeben, und eine Zeile, die sie zusammenfasst. Der Rhythmus der Liste macht die Hook eingängig.
Gerappte oder gesungene Hook: welcher Beat passt
Ob du die Hook rappst oder singst, entscheidet oft der Beat:
- Gesungene Hook
- Beats mit klarer Melodie, Gitarre, Piano oder Pads und Akkorden, die sich wiederholen. Achte auf die Tonart, die bei jedem Beat angegeben ist: Sie zeigt dir, welche Töne zur Musik passen. Gute Startpunkte sind die melodischen Deutschrap Type Beats und, wenn du mehr singst als rappst, die Pop Beats.
- Gerappte Hook
- Wenn du eine Rap Hook schreiben willst, nimm harte oder bouncy Trap Beats, bei denen Drums und 808 den Groove tragen. Hier zählt ein Rhythmus, den man mitrufen kann: kurze Wörter, starke Betonung auf der Snare, Ad-libs dazwischen.
Du musst dafür nicht ausgebildet singen können. Viele Hooks im Rap kommen mit wenigen Tönen aus und leben von der Wiederholung, nicht von der Stimme. Wärm dich vor dem Aufnehmen kurz auf, trink Wasser und mach Pausen, wenn du eine Hook zum zwanzigsten Mal singst.
Hook und Part verbinden: Thema, Kontrast, Übergang
Die Hook ist das Versprechen, die Parts liefern die Geschichte dazu. Drei Regeln helfen:
Thema
Jeder Part beleuchtet die Hook aus einem anderen Winkel. Sagt die Hook „Keiner hat's gesehen“, zeigt Part 1, was keiner gesehen hat, und Part 2, was du daraus gemacht hast.
Kontrast
Ist der Part dicht und schnell, darf die Hook langsam und offen sein. Umgekehrt genauso.
Übergang
Die letzte Zeile des Parts führt zur Hook, inhaltlich oder über ein Wort, das in der Hook wiederkommt.
Die letzte Hook im Song darf sich verändern. Eine neue Zeile, eine höhere Stimme, ein Beat, der kurz ausdünnt, oder eine zusätzliche Wiederholung am Ende: So klingt das Finale nicht wie eine Kopie der ersten Hook.
Wie du den Part davor aufbaust, erklären die Guides 16 Bars im Rap und Rap Text schreiben.
Übung: drei Hooks auf denselben Beat, die beste behalten
- Wähl einen Beat aus der Auswahl unter diesem Artikel: melodisch, wenn du singen willst, bouncy Trap, wenn du rappen willst.
- Öffne seine Seite, schau unter „Welche Struktur?“, wo die Hook liegt, und klick auf „Text schreiben“.
- Aktivier beim Teil „Hook“ die Option „Diesen Teil loopen“. Jetzt läuft nur dieser Abschnitt in Schleife, und du kannst darüber summen, so lange du willst.
- Schreib drei verschiedene Hooks: eine, die einen Satz wiederholt, eine als Frage und eine, die nur aus einem einzigen Bild besteht.
- Nimm alle drei auf, hör sie am nächsten Tag an, ohne den Text vor Augen, und behalt die, die du noch im Kopf hast.
Deine Entwürfe bleiben auf deinem Gerät gespeichert, auf Wunsch schickst du sie dir per E-Mail. Steht der Song und willst du ihn rausbringen, holst du dir die Lizenz für den Beat (Beat Lizenz erklärt). Das Mastering deines fertigen Tracks ist bei jedem gekauften Beat inklusive, über das Online-Mastering von NKSounds.
